ASPEKTTHERAPIE®

Das Glaubensprinzip.

In unserer sich wandelnden Gesellschaft, in der die Egozentriertheit und das Machtstreben des Einzelnen immer vorherrschender werden, ist der spirituelle Mensch auf besondere Weise gefährdet. Um seelisch gesund zu bleiben, muss er die Gratwanderung schaffen, dem Egoismus seiner Umwelt ohne tiefere Selbstschädigung zu begegnen und dabei seine Werte trotz negativer Erfahrungen nicht aufzugeben und erfüllt zu leben, damit sie als überzeugendes Existenzmodell in die nächste Generation weitergetragen werden können.

Ausgleichsprinzip
Kraft für sein energiezehrendes Leben findet er in der Erneuerung des Bekenntnisses zu seinen Werten – wie dies beispielsweise im Gebet erfolgt. Dem egozentrierten Zeitgenossen bleibt er ein Rätsel. In der Begegnung mit dem gotteszentrierten KERNkraftbesitzer versucht der egozentrierte Mensch stets, seine chronisch leeren Taschen mit dessen Energie zu füllen.

Auch wenn der spirituelle Mensch in der Tiefe gut angebunden ist, bleibt ihm seelische Krise im Sinne persönlicher Weiterentwicklung nicht erspart. Jedoch gerade wegen der unauflöslichen Verbundenheit mit seinen hohen Werten fällt ihm die Auseinandersetzung mit unabwendbar auftauchenden menschlichen Themen, wie zum Beispiel Identitätsfragen im jungen Erwachsenenalter, Lebens- und Ehebilanzierung beim Übergang ins Alter oder auch die ständige Abgrenzung zum egozentrierten Mitmenschen oft schwer und ist daher nicht selten angstbelastet.



AusbeutungsprinzipInnerhalb von Aspekttherapie findet die Vorstellung Berücksichtigung, dass die besondere Problematik für den glaubensmotivierten Menschen in der Auseinandersetzung mit seinen Themen darin liegen kann, dass er sein heutiges Denken, Fühlen, Handeln und Nichthandeln immer auch auf die Zukunft bezogen mitbetrachten muss, und zwar bis hin zur Einschätzung des Einflusses auf einen Zeitraum über den eigenen Tod hinaus. Damit stehen viele gläubige Menschen unbewusst vor einem Problem, wie der Grundschüler es empfinden muss, wenn ihm Integral- und Differentialaufgaben zur Lösung vorgelegt werden, die ihn in seinen bisherigen Fähigkeiten maßlos überfordern.

Denn den gläubigen Menschen quälen nicht selten seelische 
Themen, die nur auf der energetisch-geistigen Ebene abzulösen sind, weil die Fragestellung Gegenwart, Vergangenheit und Zukunft mit einbezieht. Dadurch ist er seelisch gewissermaßen von etwas gebannt, das er selbst noch nicht erfassen, aber trotzdem nicht loslassen kann. Hier ist der Aspekttherapeut gefordert, die hochangelegte Fragestellung im Klienten zu erkennen und so herunterzutransponieren, dass sie dem Klienten selbst bewusst werden und er sie bearbeiten kann.


In der Gewissheit, dass unser Leben als gut erdacht ist und im Respekt davor, dass alles Menschliche zur Schöpfung gehört, sollen spirituelle Klienten in ihren Krisenzeit angemessen begleitet werden. Bestandteil des Therapieangebots im Rahmen von Aspekttherapie ist dabei die Einführung in eine Sichtweise, mit deren Hilfe die unauflösbare Verbundenheit mit eigenen Werten weiterhin als sinnbringend erlebt werden kann und gerade diese Anbindung einen neuen Horizont eröffnet, der die Freiheit zur eigenen Entscheidung wiederfinden lässt, die dann ganz selbstverständlich dem Schöpfungsgedanken entspricht. Der Zwiespalt zwischen dem, was der Glaube uns vorgibt und dem was uns belastet und unbewusst Ängste und Symptome auslöst, stellt sich dabei als scheinbar heraus und kann somit überwunden werden.

  

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