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Wenn Angst und Panik das Leben beherrschen

Angst ist zunächst ein menschliches Grundgefühl, das evolutionsgeschichtlich eine wichtige Funktion erfüllt. Sie ist ein Schutzmechanismus, der in Gefahrensituationen dazu beiträgt, die Sinne zu schärfen, damit angemessenes Verhalten (Angriff oder Flucht) eingeleitet wird.

Auslöser von Angstgefühlen können wahrgenommene Bedrohungen, wie etwa der körperlichen Unversehrtheit, aber auch der Selbstachtung oder des Selbstbildes sein.

Angst kann zum belastenden Symptom werden. Die Ausprägungen von belastenden Angsterscheinungen sind dabei vielfältig. Die häufigste Form der sogenannten Angststörung stellt eine übertriebene und belastende Furcht (Phobie) vor sozialen Situationen dar. Meist befürchten die Betroffenen, dass sie sich peinlich verhalten könnten, wenn sie im Mittelpunkt der Aufmerksamkeit stehen. Auch Phobien vor Tieren, vor allem vor Hunden und Spinnen, treten häufig auf. Andere Befürchtungen beziehen sich beispielsweise darauf, einer Situation nicht entkommen zu können, z.B. im Fahrstuhl, in Flugzeugen, geschlossenen Räumen, beim Zahnarzt oder Frisör. Manche Personen leiden aber auch unter plötzlichen Angstanfällen, die ohne ersichtlichen Anlass auftreten. Bei häufigerem Vorkommen wird diese Form der Angst als Panikstörung bezeichnet. Der Zustand dauerhafter Angespanntheit und stetiger Besorgnis ist das Kennzeichen der sogenannten generalisierten Angststörung.

Im Rahmen von Psychotherapie, in der das Symptom zum Wegweiser zur darunterliegenden psychischen Geschichte des Klienten wird, entpuppt sich der als Feind verkannte Begleiter „Angst“ plötzlich als Retter: Ohne sie hätte der Betroffene sich nicht auf die Suche nach der Information über sich selbst gemacht, deren Fehlen sein Leben längst zuvor beeinträchtigte.

 

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